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Konzept

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LRS-Förderung

Lese- und Rechtschreibschwierigkeiten (LRS) – Verfahrensregeln der Martin-Niemöller-Gesamtschule

Die Ausführungen konkretisieren die von der regionalen Schulberatungsstelle am 16.08.2012 formulierten Informationen zu LRS in der Sekundarstufe I und II für Eltern und Lehrkräfte


1. Diagnostik

Beobachtungen und Diagnosen aus der Grundschulzeit
Häufig werden besondere Schwierigkeiten im Erlernen des Lesens und Rechtschreibens bereits in der Grundschulzeit festgestellt und Maßnahmen wurden dann schon eingeleitet.
Die Eltern werden dringend gebeten, bei der Anmeldung ihres Kindes an der Martin-Niemöller-Gesamtschule alle Beobachtungen, die den Bereich Sprache betreffen, mitzuteilen und eventuell schon vorhandene Diagnosen und durchgeführte Fördermaßnahmen anzugeben.
Um das Bedingungsgefüge einer Lese-Rechtschreib-Störung zu kennen und einen kooperativen Förderplan aufstellen zu können, ist es besonders wichtig, dass die Beobachtungen aller (Eltern, Lehrkräfte, Fachärzte etc.) zusammen getragen werden und auch die Psychologin und Schulsozialpädagoginnen unseres PPD (Pädagogisch-psychologischer Dienst der MNGE) einbezogen werden.


Beobachtungen und Diagnosen zu Beginn des 5. Schuljahres

Laut LRS-Erlass (BASS 14-01 Nr. 1) ist eine standardisierte Testdiagnostik nicht vorgeschrieben.
Die Lehrkräfte des Faches Deutsch und des Sprachförderunterrichts stellen zum einen durch Beobachtung der Schülerinnen und Schüler im Unterricht fest, ob besondere Schwierigkeiten im Erlernen des Lesens und Schreibens vorliegen.
Zusätzlich liefert die Duisburger Sprachstandserhebung Hinweise, sie wird im Rahmen des Sprachförderunterrichts an unserer Schule zu Beginn des 5. Jahrgangs mit allen Kindern durchgeführt und ausgewertet. Liegen  bei einem Kind die Ergebnisse in der Kategorie Rechtschreibung bei 8 Punkten oder weniger (von 20 erreichbaren Punkten), so ist dies auch ein Hinweis auf eventuell vorhandene besondere Schwierigkeiten im Erlernen des Lesens und Schreibens.
Die Lehrkräfte des Sprachförderunterrichts werten die Ergebnisse, möglichst gemeinsam mit den Klassenlehrern, dem/der Deutschlehrer/in und auch dem PPD, aus und entscheiden, welche Schülerinnen und Schüler wegen auffällig schwacher RS-Leistungen das Übungsmaterial des Münsteraner Lernservers erhalten sollten. Die Münsteraner Rechtschreibanalyse (MRA) des Lernservers ermöglicht eine hochdifferenzierte Einordnung der Rechtschreibleistung sowie eine symptomspezifische Diagnostik des Förderbedarfs. Eine qualitative Einschätzung des Leistungsstands eines jeden Schülers steht ebenso zur Verfügung wie präzise Normierungsergebnisse, anhand derer sich die Leistung quantitativ einordnen lässt.
Damit ist diese Rechtschreibanalyse für unsere Schule eine zusätzliche Möglichkeit, die vorausgegangenen Diagnosen (Beobachtungen im Unterricht, Duisburger Sprachstandstest) zu stützen oder eventuell noch einmal zu relativieren. Die Ergebnisse dienen auch als die Grundlage zur Bildung von Förderangeboten und zur Rechtfertigung von individuellen Veränderungen bei der Leistungsbewertung (z. B. Nichtbewertung der Rechtschreibleistung).

Bei der Wiederholung der Duisburger Sprachstandserhebung (Re-Test) zum Ende des 5. Schuljahres wird festgestellt, bei welchen Kindern die Probleme noch wenig behoben werden konnten und es wird entschieden, für wen sowohl besondere Fördermaßnahmen als auch Veränderungen in der Leistungsbeurteilung in Jahrgang 6 fortgeführt werden sollen.


Beobachtungen und Diagnosen in den Jahrgängen 7 bis 10
Sollten in den folgenden Jahrgängen in Einzelfällen die besonderen Schwierigkeiten noch nicht behoben worden sein, ist es ratsam die schulischen Diagnose- und auch Fördermöglichkeiten durch Hinzuziehen von Schulpsychologin, Ärzten oder anderen Fachleuten zu stützen.


2. Förderung

Anspruch auf Förderung haben auch in weiterführenden Schulen alle Kinder, bei denen „besondere Schwierigkeiten im Erlernen des Lesens und Rechtschreibens“ festgestellt werden.
Die kontinuierliche Teilnahme an Fördermaßnahmen ist auch die Voraussetzung dafür, dass besondere Schwierigkeiten in der Leistungsbeurteilung berücksichtigt werden bzw. dass später eventuell ein Nachteilsausgleich gewährt wird.
Bei den Fördermaßnahmen werden allgemeine Fördermaßnahmen (im Rahmen der Stundentafel, innere Differenzierung und individuelle Förderung) und zusätzliche Förderkurse (in Ergänzung zur Stundentafel) unterschieden. Meist darüber hinaus notwendige außerschulische Fördermaßnahmen sollten mit den schulischen Förderangeboten abgestimmt werden.

Jahrgang 5 und 6

Allgemeine Fördermaßnahmen
Neben der Berücksichtigung von sprachlichen Schwierigkeiten durch Differenzierung und Individualisierung im Unterricht findet für alle Kinder in Jahrgang 5 und 6 zweistündig ein besonderer Sprachförderunterricht statt. Die Stunden sind mit zwei Lehrkräften besetzt und es stehen zwei Unterrichtsräume zur Verfügung.
Eine Gruppeneinteilung nach Förderschwerpunkten und damit auch die Bildung von Gruppen von Kindern mit besonderen Schwierigkeiten beim Lesen und Rechtschreiben ist, eventuell auch klassenübergreifend, zumindest phasenweise möglich.
Hier bietet sich die Arbeit mit den für unsere Schülerinnen und Schüler kostenfreien Materialien des Münsteraner Lernservers an. Anhand der mit der Münsteraner Rechtschreibanalyse ermittelten Leistungsprofile lassen sich sinnvolle Fördergruppen zusammenstellen. Die Ansprechpartner des Lernservers sind bei der Gruppenbildung behilflich und senden klassenbezogen ein sogenanntes „Förderszenario“ zu.
Es besteht aber auch die Möglichkeit, individualisierte Materialien zu erhalten, die außer im Sprachförderunterricht zuhause oder in einem zusätzlichen Förderkurs bearbeitet werden.


Zusätzliche Förderkurse
Schülerinnen und Schüler erhalten darüber hinaus das Angebot, an einem zusätzlichen Kleingruppenunterricht (4 bis 5 Schülerinnen und Schüler) bei einer extra für die Lernserver-Materialien ausgebildeten Lehrkraft (für etwa 4 € pro Zeitstunde) teilzunehmen.
Die Koordinatoren für Sprachförderung ermitteln in Absprache mit den Klassenlehrern den Bedarf bzw. die Bereitschaft der Eltern, den zusätzlichen Unterricht zu finanzieren, stellen Kontakt zu Lehrkräften her, leiten Verträge weiter und organisieren Termine und Räumlichkeiten.  Es wird darauf geachtet, dass diese Stunden nicht zu spät im Nachmittag liegen und möglichst keine Wartezeiten entstehen.


Außerschulische Fördermaßnahmen
Eine Förderung von Kindern mit einer ausgeprägten LRS im Sinne einer Teilleistungsschwäche ist im Rahmen unserer schulischen Möglichkeiten nur begrenzt möglich, da die Probleme dieser Kinder meist sehr individuell und langfristig zu bearbeiten sind. Bei der Suche nach professioneller Förderung ist die Schule gerne behilflich.

Jahrgang 7 bis 10

Neben der inneren Differenzierung und Individualisierung im Unterricht gibt es zusätzliche Fördermöglichkeiten etwa im Rahmen des Projektes „Schüler-helfen-Schülern“, bei dem Schülerinnen und Schüler aus Jahrgang 10 in Eins-zu-eins-Betreuung jüngeren Schülern bei der Arbeit mit Übungsmaterial oder auch beim Anfertigen von Hausaufgaben zur Seite stehen.
In jedem Fall ist die Teilnahme an schulischen Förderangeboten Voraussetzung für Abweichungen von der üblichen Leistungsbewertung und, z. B. im Rahmen der Zentralen Abschlussprüfung, die Gewährung von Nachteilsausgleich.

Sekundarstufe II

In der Oberstufe sind keine Fördergruppen vorgesehen, aber z.B. ist im Rahmen des Vertiefungskurses Deutsch durchaus die Konzentration auf den Bereich Rechtschreibung und Lesen möglich.


3. Leistungsbeurteilung

Jahrgang 5 und 6

Vor allem in den Klassenstufen 5 und 6 sind zur Sicherung einer den intellektuellen Fähigkeiten entsprechenden Schullaufbahn noch Abweichungen von der üblichen Leistungsfeststellung und -beurteilung möglich und sinnvoll. Dabei handelt es sich insbesondere um folgende Maßnahmen:

  • eine Ersatz-Aufgabe stellen
  • mehr Zeit einräumen bzw. weniger Aufgaben stellen
  • von der Benotung absehen und die Klassenarbeit mit einer Bemerkung versehen, die ermutigend den Lernstand aufzeigt
  • technische und didaktische Hilfsmittel bereitstellen (Computer, größere Schrift, Vorlesen der Aufgabe...)
  • Leistungsnachweise über Vokabelkenntnisse mündlich erbringen lassen
  • größere Toleranz bei abweichender Schreibweise (eines Fachbegriffs, einer Vokabel) gewähren
     

Diese Maßnahmen werden beim ersten Beratungstag des jeweiligen Schuljahres mit Eltern und Kindern in einem Gespräch vereinbart und von den Klassenlehrern allen betroffenen Fachlehrern mitgeteilt.
Das zeitweise Aussetzen der Bewertung der Rechtschreibung dient ausschließlich der Erhaltung der Motivation des Kindes im Förderprozess.

Jahrgang 7 bis 10

In diesen Jahrgängen sind Abweichungen von der üblichen Leistungsfeststellung nur in besonders begründeten Einzelfällen möglich. Sie müssen immer in Zusammenhang mit einer Teilnahme an schulischen Förderangeboten stehen.

Sekundarstufe II

Die Möglichkeit, Rechtschreibleistungen bei der Leistungsbewertung nicht einzubeziehen, entfällt in der Sekundarstufe II.

Zeugnisse

Wurden Rechtschreibleistungen in Deutsch oder in einem anderen Fach nicht einbezogen, so erscheint dies als Bemerkung auf dem Zeugnis. Ebenso findet dort die Teilnahme an zusätzlichen Fördermaßnahmen Erwähnung.


4. Unterstützende Maßnahmen im Unterrichtsalltag

Folgende Maßnahmen zur Unterstützung der Kinder mit besonderen Schwierigkeiten im Erlernen des Lesens und Rechtschreibens finden darüber hinaus an der Martin-Niemöller-Gesamtschule im Unterricht Berücksichtigung, sofern es die Rahmenbedingungen erlauben:

  • Sitzposition möglichst in den vorderen Reihen
  • möglichst direkte Ansprache des Kindes und Verständnissicherung
  • guter Blick auf Tafel/ Projektionswand
  • Tafelbild/Folie bleibt länger sichtbar und damit ausreichend Zeit zum Abschreiben
  • möglichst große Schrifttypen, nichts kursiv Gedrucktes
  • klare, übersichtliche Aufgabenstellungen
  • Kopien von Folie/ Abschrift des Tafelbildes (damit orthographisch korrekter Text vorliegt, wenn Abschrift auch für Kind selbst unleserlich)
  • vorbereitende Lektüre von Texten zuhause möglich
  • lautes Vorlesen nur bei Einverständnis des Kindes
  • Vorlesen in kleinen, vertrauten Gruppen möglich
  • Helfersystem (schnelle Schreiber/ Leser unterstützen LRS-Kind)
  • sinnvolle Arbeitsteilung bei Partner- und Gruppenarbeiten (z.B. nicht Beschriften von Plakaten einfordern)
  • bei Hausaufgaben/Arbeitsstundenaufgaben z.T. Erlaubnis, Texte am Computer /Notebook zu schreiben

Ziel ist aber, dass Kinder mit besonderen Schwierigkeiten nicht in eine Ausnahmerolle geraten und sich an  Sonderregelungen gewöhnen. Sie sollten durchaus Anstrengungen unternehmen, die für die übrige Lerngruppe geltenden Anforderungen zu erreichen. Deshalb gilt für den Unterricht auch:

  • nicht “bemuttern”
  • nicht von allen schriftsprachlichen Anforderungen befreien
  • gesunden Mittelweg zwischen Fördern und Fordern verfolgen
  • Motivation und Selbstwertgefühl des Kindes aufbauen

Auch ist es sinnvoll, bereits in Jahrgang 5 Maßnahmen im Unterrichtsalltag mit der ganzen Klasse zu besprechen, damit nicht der Eindruck entsteht, einige Kinder hätten, z.B. bei der Sitzplatzwahl oder der Bewertung von Vokabeltests Vorteile. Es sollte auch erwähnt werden, dass bei der Leistungsbewertung durchaus Ersatz-Aufgaben eingefordert werden. Sonderregelungen gehen mit einer zusätzlichen Förderung einher und sollten in den höheren Jahrgängen zunehmend wieder an die allgemein geltenden Verfahren und Kriterien angepasst werden.



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